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Auswandern Teil III

Auswandern Teil III

Mit dem Zug nach Kerala

Da wir es Jakob nicht antun wollten, wieder mit einem Flugzeug zu fliegen und ihn verstauen zu lassen, wie eine Wurst im Regal, hatten wir beschlossen, mit dem Zug zu fahren.


In Indien gibt es die Möglichkeit, ein eigenes Coupé im Zug zu mieten. Hier war dann auch erlaubt, dass Jakob mit uns zusammen reist, statt in einer Kiste im Frachtraum, zusammen mit dem Gepäck der anderen Reisenden. In diesem Coupe gibt es zwei Liegemöglichkeiten, die mit Kunstleder bezogen sind (ganz praktisch mit Hund). Will hat oben geschlafen und ich zusammen mit Jakob auf der unteren Liege. Die Zugfahrt dauerte etwa 26 Stunden und es gab ordentliche Verpflegung. Ständig kam jemand vom Service und fragte uns, ob wir etwas bräuchten. Das Ticket, für diesen all inclusive coupé service lag bei gerade mal 50 € pro Person.

Jakob genoss die unendlichen Kuschelstunden im Zug und die Zeit verflog, bis wir endlich ankamen. Unsere Endstation war Alleppey in Kerala. Von hier zogen wir zuerst in das Haus eines Bekannten von Will. Das Haus lag in Punnapra in der Nähe des Strandes.


Nach kurzer Zeit hatte sich der Eigentümer des Hauses dazu entschieden, das Haus verkaufen zu wollen und wir haben uns nach einer neuen Bleibe in der Nähe von Mararikulam auf den Weg gemacht.

Hier fanden wir durch einen super lieben Rikschafahrer, der leider im letzten Jahr einen tödlichen Herzinfarkt erlitten hat, unser heutiges Domizil in Kanichukulangara. Wir wohnen hier momentan nur zur Miete und das ist auch prima so. Das Haus liegt nicht direkt in Strandnähe und für einen Ausflug zum Meer ist es sinnvoll eine Rikscha zu nehmen. Aber es ist ein riesiges Grundstück, auf das Jakob und Yoda aufpassen dürfen. Das Haus ist Sonnengelb und groß genug um Gäste zu empfangen.


Im Januar 2020 kamen dann meine Mama und mein Bruder zu Besuch. Wir hatten extra noch dicke Matratzen für die beiden gekauft, damit sie gut schlafen und sich auch wirklich wohl fühlen können hier bei uns.

Es war eine grandiose Zeit zusammen mit den beiden und auch Wills Familie ist noch zu uns gestoßen. Alles zusammen haben wir Ausflüge zum Strand und zu den backwaters gemacht. Wundervoll! ich wünsch mir diese Zeit zurück und vor allem meinen Bruder zurück auf diese Erde.

Mein Bruder ist im September 2020 von uns gegangen und ich vermisse ihn sehr. Ich konnte mich, wie es nunmal so ist, mit großen Brüdern, immer auf ihn verlassen. Es ist wie der Titanic-Fels, der dich rammt und der mich kurzzeitig völlig aus der Bahn geworfen hat.


Es ist bereits einige Zeit vergangen und wir hegen noch immer den Traum näher am Strand zu wohnen, so dass wir unbeschwert zu Fuß dorthin gehen können. Vor allem, damit die Hunde frei laufen können ohne zu nah an eine Straße zu gelangen. Sie sind es, im Gegensatz zu den Straßenhunden hier in Indien nicht gewohnt auszuweichen oder am Rand zu laufen.


Seit etwa einem halben Jahr sind wir jetzt auf der Suche nach einem eigenen Grundstück hier in Mararikulam. Uns gefällt die Gegend sehr und wir kennen uns hier mittlerweile gut aus. Wir kennen die Krankenhäuser, Ärzte und vor allem die Einkaufsmöglichkeiten. Bei aller Liebe zum Auswandern gibt mir dies einen guten Rückhalt und Sicherheit.


Wünsch uns Glück, damit wir bald unser perfektes Grundstück finden!